Mixed Kebab - kein Review
Belgisches Drama aus dem Jahr 2012 und der Trailer verrät den ganzen Film. pinku und ich haben unseren maxdome-Account wieder ausgegraben und weil uns die ersten paar Minuten von "Die Nibelungen" mit Benno Fürmann so dermaßen erheitert haben (erinnert sich noch irgendwer an diese Sat1-Produktion? Sie ist NOCH schlimmer, als ich dachte xD), dachten wir, dass etwas, was "Mixed Kebab" heißt, ja eigentlich nicht schlecht sein kann.
Weit gefehlt.
Der Film ist nicht per se schlecht, aber so... ungenau in dem, was er will und was er zeigen möchte.
Brams Familie ist am Anfang sehr sympathisch bis auf seinen nervigen Rabaukenbruder, der Obst klaut und ein Café überfällt - und später im Film plötzlich die Scharia ganz dufte findet und dem blonden Loverboy seines Bruders die Kehle durchschneidet (später wird er dann selbst erstochen)?
Blonder Loverboy ist eigentlich auch ganz nett - bis auf, dass er am Anfang ABSOLUT nicht kapiert, dass Bram schwul ist (trotz gemeinsamen Dates in einer Schwulenbar sowie den Erklärungen seiner Mutter, die als Einzige ein Hirn hat) was zu superbescheuerten Szenen in der Türkei führt, denn:
Bram ist am Anfang ein netter Kerl, braver Sohn (trotz schwieriger Familie) und besorgter Bruder - und dann nimmt er seinen Lover, der noch nicht sein Lover ist, in die Türkei mit, wo er seine zukünftige Braut treffen soll. Die er dann als "Scheißfotze" und "Schlampe" beschimpft, obwohl sie nichts dafür kann, dass er mit seinem Lover im Bett erwischt wird. Besagte Braut hat auch keinen Bock auf diese arrangierte Ehe, sieht Bram aber als Ticket in die Freiheit an, damit sie aus ihrem Scheißnest in der hintersten Pampa der Türkei wegkommt, denn sie ist jung, wunderhübsch, will tanzen, einkaufen und Spaß haben und ist damit der einzige wirklich vollkommen nachvollziehbare Charakter. Den Rest möchte man in einer Grützeschüssel ertränken
Addiert dazu noch eine rape-as-a-laughing-matter-backstory, schäbige Kameraführung (SHAKY CAM IN EINEM INNENRAUM BEI NER HALBNAHEN EINSTELLUNG, WOLLT IHR MICH VERARSCHEN.), eine gesunde Dosis vollkommen alberne Sozialkritik, eine musikalische Untermalung, gegen die der Tatort letzte Woche ("Der Wüstensohn") ein feinfühliges Meisterwerk war und das übliche chaotisch offene Ende, in dem niemand glücklich ist, denn hierbei handelt es sich schließlich um eine Story, die Homosexuelle involviert, also IST AM ENDE NIEMAND GLÜCKLICH UND AM ANFANG AUCH NICHT NUR BEIM SEX MAL EIN BISSCHEN, DENN HOMOSEXUELLE LIEBE = SEX/LUST, NICHT WAHR???!
Urghs. Spart euch diesen Film, ehrlich. Ich weiß nicht einmal, warum ich so wütend bin. Vielleicht weil der Film recht vielversprechend anfing und dann so ab Minute 30 kolossal den Bach runterging und man sich denkt: WARUM. WARUM IHR VERDAMMTEN ARSCHGEIGEN. URGHS.
Ich brauche einen buddy-cop-film, ein heist movie, einen Spionagethriller, IRGENDWAS MIT PISTOLEN UND EXPLOSIONEN UND HARTEN FAUSTKÄMPFEN - wo sich dann toughe Polizistin #1 in toughe Spionin #2 verliebt und das einfach nur nebenbei passiert.
Ich kann nicht fassen, dass "The Expendables 3" und ihre dreisekündige Endszene das beste ist, was ich bisher in diesem Genre an NICHT-Subtext gesehen habe.