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ICH MÖCHTE HIERMIT ERKLÄREN dass ich weiß, dass der 11. Dezember existiert bloody hell,DASS [livejournal.com profile] ayawinner DIE ALLERALLERBESTE IST DENN SIE HAT MIR EINEN JOKER FÜR DEN ADVENTSKALENDER GESCHRIEBEN

ES IST DIE SÜSSESTE FANFIC

ILLEGALE BOXCLUBS

KOREAN BOYBANDS

BALLETTSCHULE

KLEINE KINDER

DAS IST ALLES WAS ICH MAG UND SIE HAT ES EXTRA FÜR MICH GESCHRIEBEN. ICH LIEBE DICH, [livejournal.com profile] ayawinner, OMFG ICH LIEBE DICH Q_________Q





Man könnte mit Fug und Recht behaupten, denkt Jonghyun, dass heute nicht sein Tag ist. Erst kam er mal wieder nicht aus dem Bett (nicht seine Schuld; was muss das auch so warm und einladend sein?), dann hat er den Bus verpasst (auch nicht seine Schuld; was kann er denn dafür, dass der Bus immer genau dann pünktlich kommt, wenn Jonghyun spät dran ist?) und dann fing es auch noch an zu regnen (erst recht nicht seine Schuld; aus physikalischen Gründen).

Es wäre also geradeheraus untertrieben zu sagen, dass Jonghyun genervt und durchnässt ist, als er im Boxclub ankommt. ‚Durchnässt’, das bedeutet, ohne Schirm durch den Regen gelaufen zu sein und sich neu stylen zu müssen, weil das billige Haargel aus dem Gemischtwarenladen an der Ecke schon aufgibt, wenn die Luftfeuchtigkeit bloß zu hoch ist. Aber das hier, das sind biblische Ausmaße. Bestimmt rinnt ihm gerade das rote Meer aus seinen Schuhen. Oder das tote. Er kennt sich da nicht so gut aus. Ist ihm aber auch egal, denn er ist nass, unter ihm bildet sich eine Pfütze auf dem kaputten Fußboden und Jonghyun hat das dringende Bedürfnis, seine Unterhose auszuwringen.

Und dann kommt ihm – zu allem Überfluss, als wäre dieser Tag nicht schon blöd genug – auch noch statt Taemin mit einem flauschigen Handtuch und besorgtem Blick ein kleines Kind entgegengewatschelt, die Ärmchen nach ihm ausgestreckt und so fröhlich lachend, als wäre Jonghyun seine verlorengeglaubte Mutter.

Das Kind ruft etwas, das verdächtig nach ‚Minho‘ klingt, aber auch alles andere bedeuten könnte, inklusive „Mann, du siehst ganz schön bescheuert aus, warst du wieder Schlammcatchen?“

„Minho?“, wiederholt Jonghyun in der Annahme, dass das Kind wohlerzogen ist und sich Kommentare über sein Äußeres verkneifen kann. Das Kind lacht und streckt ihm die Arme weiter entgegen; Jonghyun wertet das als „Ja“.

„Ich bin nicht Minho“, sagt er und geht in die Knie, weil er mal irgendwo gelesen hat, dass kleine Kinder noch kurzsichtig sind. Seine Schuhe machen ein schmatzendes Geräusch, das er überhört. Das Kind allerdings zeigt auf seine Schuhe und lacht. Doch nicht so gut erzogen.

„Hörst du?“

Wie als hätte es plötzlich bemerkt, dass er doch nicht seine verlorengeglaubte Mutter, sondern eine wildfremde Person im Supermarkt ist, sieht das Kind ihn mit großen Augen an. Ungefähr so wie Minho, wenn Jonghyun wieder etwas besonders Blödes angestellt hat. Überhaupt sieht das Kind Minho ziemlich ähnlich.

„Sag mal“, sagt Jonghyun erstaunt, „bist du etwa Minho?“

Diesmal lacht das Kind nicht, sondern sieht ihn nur verzagt an und wiederholt vorsichtig: „Minho!“

„Oh mein Gott, Minho. Haben sie dich geschrumpft?“, ruft Jonghyun und schlägt sich die Hände vor den Mund. Scheinbar macht er dabei so ein blödes Gesicht, dass das Kind anfängt zu glucksen. Ungefähr so wie das Wasser in Jonghyuns Schuhen.

„Ihr habt euch ja schon kennen gelernt!“, hört Jonghyun da plötzlich den echten Minho – er ist doch nicht geschrumpft worden, na Gott sei Dank! – sagen, der in einer geübten Bewegung das Kind hochhebt und es sich auf den Arm setzt. Noch während Jonghyun nach der richtigen Frage in dieser Situation sucht (er schwankt zwischen „Woher kommt das Kind?“ und „Seit wann bist du Vater?“), gestikuliert Minho in Richtung des Fußbodens.

„Du tropfst“, sagt er tadelnd. „Zieh bitte die Schuhe aus.“

Jonghyun gehorcht und zieht zur Sicherheit auch noch die Socken aus; er möchte nicht, dass Minho ihn rauswirft, weil er den dreckigen, verschlissenen Fußboden, den Minho selbst doch auch nur halb legal besitzt, unter Wasser gesetzt hat. Ob der Onkel den Boden nass gemacht hätte, fragt Minho das Kind, und das Kind ruft „Ja!“ und lacht. Kleiner Verräter.

„Jonghyun, das ist mein Neffe Yoogeun“, sagt Minho, als Jonghyun gerade damit fertig ist, seine Socken aufzuhängen, und dreht sich, damit das Kind Jonghyun ansehen kann. „Sagst du Jonghyun hallo?“

„Hallo“, sagt das Kind und versteckt sich an Minhos Schulter. Klar, eben noch frech sein und jetzt ganz schüchtern und niedlich tun, das liebt Jonghyun ja besonders.

(Er ignoriert geflissentlich, dass er das in der Tat besonders liebt, sonst wär er schließlich Taemin nicht so hoffnungslos verfallen. Außerdem ignoriert er, dass er gerade Taemin mit einem Kleinkind verglichen hat. Er will sich gar nicht vorstellen, was das bedeutet.)

„Ich passe auf ihn auf, während seine Eltern weg sind“, erklärt Minho, während sie in die gemütlichere Ecke des Kellerlochs laufen, das Minho einen Boxclub nennt, und Jonghyun wird sich hüten, danach zu fragen, wo Yoogeuns Eltern denn genau sind.

„Taeminnie hat ihn schon adoptiert.“

Minho wirft Jonghyun über die Schulter hinweg einen verschwörerischen Blick zu, den Jonghyun überhaupt nicht einordnen kann. Nach wilder Akrobatik kommt sein Gehirn dann aber zu dem Schluss, dass das heißen muss, dass Jonghyun Taemin nicht nur an Minho verlieren wird, weil Minho der netteste Engel der Welt ist, sondern auch, weil Minho ihm sogar Kinder schenken kann. Es ist doch zum Mäusemelken. Im nächsten Leben wird Jonghyun sich Freunde suchen, die nicht praktisch perfekt sind.

Noch bevor Jonghyun Taemin, der es sich auf dem kaputtesten Sofa aller Zeiten bequem gemacht hat, überhaupt begrüßen kann, hat das Kind Taemin schon aufgeregt erzählend in Beschlag genommen. Taemin sieht es an, als würde er genau verstehen, was es erzählt (Jonghyun möchte das nicht ausschließen, aber er glaubt nicht, dass das überhaupt eine echte Sprache ist, die das Kind da benutzt), und lacht mit ihm und schaukelt es auf seinen Knien, bis Jonghyun sich fragt, ob es eigentlich normal ist, dass man unbedingt zwei bis dreizehn Kinder mit einem Menschen haben will, mit dem man noch nicht mal annähernd zusammen ist.

Erst nachdem Jonghyun Taemin und das Kind schon eine ganze Weile angestarrt hat und dabei genau Minhos Blick im Nacken spürt, der sich vermutlich innerlich totlacht, wird Taemin überhaupt auf ihn aufmerksam.

„Yoogeun, guck mal, wer da ist!“, ruft er und stürmt mit dem Kind auf dem Arm auf Jonghyun zu. Das Kind hält sie vermutlich auch beide für bescheuert – aber es ist ja auch mit Minho verwandt, von dem er ganz genau weiß, für wie bescheuert er Jonghyun hält, seit Jonghyun ihn um Rat gefragt hat, was die ganze Sache mit Taemin betrifft.

Taemin umarmt ihn so gut es eben geht mit einem aufgeregt zappelnden Kind zwischen ihnen. Jonghyun möchte ihn auf der Stelle heiraten. Das ist im Grunde nichts Neues, unterscheidet sich aber doch gewaltig von den Dingen, die Jonghyun normalerweise mit ihm anstellen will, wenn Taemin ihn umarmt. Muss an dem Kind liegen.

„Du warst nicht beim Tanzen vorhin, das war ziemlich langweilig“, sagt Taemin, während das Kind ihm die Haare zerwuschelt. „Und hier warst du auch nicht, dafür habe ich diesen süßen Spatz kennen gelernt.“

Taemin küsst das Kind auf die Wange, das fröhlich aufschreit und die Ärmchen um Taemins Hals schlingt. Taemin küsst es nochmal, und Jonghyun würde am liebsten mitschreien.

„Möchtest du ihn auch mal auf den Arm nehmen?“, fragt Taemin und hält ihm schon das Kind entgegen, bevor der mit einem Blick entlang Jonghyuns gesamtem Körper mit einem Ruck das Kind wieder in Sicherheit bringt und erschrocken ruft: „Aber du bist ja ganz nass! Was ist denn mit dir passiert? Regnet es?“

Ja, es regnet in Strömen, schön, dass es dir auch schon aufgefallen ist, möchte Jonghyun antworten, aber er kann Taemin für nichts böse sein, besonders dann nicht, wenn Taemin ihm, das Kind auf der schmalen Hüfte balancierend, mit einer Hand über den nassen Pullover streicht und ihm dann mit feuchten Fingern einen Wassertropfen von der Stirn wischt. Überhaupt kann er Taemin nicht lange böse sein; es ist eine Krankheit.

Vielleicht hat Minho seine Verzagtheit erkannt, oder vielleicht ist Minho doch nicht so gemein, wie Jonghyun befürchtet hat. Jedenfalls nimmt er Taemin das Kind vom Arm und erklärt ihnen, dass jetzt erst einmal Schlafenszeit ist und sie sich bitte verziehen sollen, damit das Kind überhaupt irgendwann zur Ruhe kommt, und ob sie eigentlich kein eigenes Zuhause haben, wo sie den Boden volltropfen können, Jonghyun.

„Doch, aber das wär ja langweilig“, antwortet Jonghyun und muss sich sehr zusammenreißen, Minho nicht die Zunge rauszustrecken. Das wäre nur ein schlechtes Vorbild für das Kind.

Minho rollt mit den Augen.

„Dann sieh halt zu, dass ihr dich irgendwie abtrocknet.“

Taemin greift nach Jonghyuns Hand, als wäre das die beste Idee, die Minho jemals ausgesprochen hat, und Jonghyun ist sich ziemlich sicher, dass seine Klamotten eigentlich jeden Moment anfangen müssten, von selbst dampfend an ihm zu trocknen, weil ihm so heiß wird.

„Drüben gibt’s weiche Handtücher“, erklärt Taemin und zieht Jonghyun zur Tür, nicht ohne dem Kind noch ein letztes Mal zu winken.

Minho zwinkert ihm zu. Doch, er ist ziemlich gemein, findet Jonghyun und lässt sich zu weichen Handtüchern und seinem sicheren Tod unter Taemins noch weicheren Händen zerren.




ICH STERBE, BITTE ÜBERSCHÜTTET SIE MIT LIEBE, SIE IST DIE BESTE
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