nessaniel: (kawaii ross)
[personal profile] nessaniel
Fandom: The Expendables (Spaghetti-Western-AU)
Titel: Ein Messer und sechs Colts
Inhalt: Barney Ross und seine Bande aus Höllenhunden machen den Wilden Westen unsicher, und Jungspund Billy the Kid will endlich beweisen, was er draufhat. Doch sowohl Barney als auch Lee halten das für keine sonderlich gute Idee und als dann auch noch ein gefürchteter Rivale auftaucht, werden die Familienbande auf eine harte Probe gestellt.
Charaktere/Pairing: das ganze Team, one-sided Barney/Lee, angedeutetes Gunnar/Yin, Billy/Male OC (erst im zweiten Teil)
Wortanzahl: ~ 13400
Anmerkung: Dies ist mein Beitrag zum Deutsch-Bigbang 2013 auf Livejournal.
Mein Dank gebührt [livejournal.com profile] der_jemand, die einen fantastischen last-minute Betajob abgeliefert hat, ohne den ich komplett verloren gewesen wäre. Diese Story ist ihr und [livejournal.com profile] rei17 gewidmet, denn niemand kann so schön auf Billy draufhauen wie diese beiden. <333
Aufgrund von unvorhergesehner RL-Sachen ist das hier leider nur der erste Teil, doch der zweite wird nachgereicht, sobald ich das RL eingefangen, in den Kerker gesperrt und mit Buttermilch gefügig gemacht habe.


Teil 1 | Teil 2




Ein Messer und sechs Colts


1. Prolog

Billy erwachte mit einem Stöhnen. Sein Schädel dröhnte, sein rechter Arm schien taub zu sein und sein Rücken brannte wie Feuer. Sein Mund war so ausgedörrt, dass er im ersten Moment nicht einmal bemerkte, dass ihm Sand auf die Zunge rieselte.

Wo war er?

Er versuchte, sich auf die andere Seite zu drehen, doch er konnte sich nicht rühren und als er auf seine linke Hand schaute, erstarrte er vor Schreck: blutverkrustet und geschwollen sprang ihm das Handgelenk entgegen, die Finger gekrümmt wie Vogelkrallen, und Billy bemerkte voll Schrecken, dass er keinen Schmerz verspürte - bei Gott, das konnte nichts Gutes bedeuten.
Mühsam riss er den Blick von seiner missgestalteten Hand los und sah sich um. Dornen schnitten ihm über die Wange, als er den Kopf ein wenig vom staubigen Boden hob, doch er ignorierte sie und konzentrierte sich auf seine Umgebung.

Er lag im Schatten, am Boden einer Schlucht, die sich wie ein Pfeil in den rotbraunen Fels um ihn herum bohrte und lediglich einen kleinen Streifen blauen Himmel freigab, auf den Billy nun starrte. Er musste den Abhang hinunter gestürzt sein, als das Pferd vor der Klapperschlange gescheut hatte und tatsächlich, ein paar Meter weiter über ihm hing ein Stück seines einst weißen Hemdes im Gestrüpp, das aus dem Felsen wucherte.
Billy fluchte und versuchte erneut, sich aufzusetzen, darauf bedacht, seine linke Hand so wenig wie möglich zu bewegen. Mit zusammengebissenen Zähnen zog er sich auf die Knie, um wenigstens aus dem Gebüsch zu kriechen, doch seine Beine gaben augenblicklich unter ihm nach und er sank schwerfällig zurück. Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich mit dem Rücken an den kalten Stein zu lehnen, während die Dornen erneut in sein Fleisch stachen. Sein Hemd und seine Hose waren zerrissen, einen seiner Stiefel hatte er verloren, genau wie den Gurt und - wo war sein Gewehr?

Billy sah hektisch nach links und rechts, doch er konnte es nirgends entdecken. Vielleicht lag es weiter hinten? Billy streckte den Hals. Die Schlucht verdiente diesen Namen kaum, stellte er nach ein paar Augenblicken fest, denn eigentlich war das Ganze lediglich eine Laune von Mutter Natur, ein unregelmäßiges Loch mitten im Felsen, gerade groß genug, dass Billy - wenn er aufstehen könnte - zehn Schritte in jede Richtung machen könnte, ehe er vor einer turmhohen Mauer aus glattem, kalten Stein stünde und von seinem Gewehr gab es nicht die geringste Spur.

Oh Gott. Barney und Lee und vor allem Hale würden ihn umbringen.

Wenn sie ihn überhaupt je fanden.
Verzweifelt ließ Billy den Kopf hängen, zog Knie und Arme eng an den Körper und starrte auf seine blutig gescheuerte Haut. Er hockte hier, mit gebrochenem Handgelenk, ohne Verpflegung und ohne Gewehr und niemand wusste, wo er war.

Er schluckte und schob die Schmerzen in Mund und Rachen auf den Mangel an Wasser und nicht etwa auf den Kloß, der sich in seinem Hals gebildet hatte, und drohte, ihn zu ersticken.
Er hätte nicht weglaufen dürfen, das stand fest.

Aber während der letzten Wochen war so viel schief gegangen, dass er einfach keinen anderen Ausweg mehr gesehen hatte, als einen Haufen Meilen zwischen sich und die anderen zu bringen. Natürlich hätte er sich nicht mitten in der Nacht davonstehlen sollen, doch er hatte schließlich vorgehabt, spätestens in New Orleans einen Brief an Tool zu schreiben, damit Barney sich nicht sorgte.
Falls er das überhaupt getan hätte, schoss es Billy durch den Kopf, denn wenn Lee ihm wirklich erzählen würde, was im Stall passiert war, dann war es gar nicht so abwegig, anzunehmen, dass Barney hocherfreut wäre, Billy endlich los zu sein.

Das Pochen in seinem Schädel nahm zu und Billy schloss verzweifelt die Augen. Er begann, tief ein- und auszuatmen, um die aufwallende Panik in den Griff zu bekommen, aber schon nach dem ersten Atemzug fiel ihm plötzlich auf, wie totenstill es um ihn herum war. Nicht einmal Insekten sirrten vorbei. Hastig riss er die Augen wieder auf und dabei fiel ihm der dunkle Blutfleck genau vor seinen Füßen auf.
Wieso hatte ihn eigentlich noch kein Schakal angefallen oder ein Geier ihm das Fleisch von den Knochen gerupft, fragte er sich plötzlich. Vielleicht hatte er einfach Glück gehabt, dachte er. Oder aber, und das erschien ihm viel wahrscheinlicher, es war so, dass er der einzige Idiot auf Gottes Erde war, der in dieses Loch fiel, in das sich nicht einmal ein Tier hineinwagte.

Die Sonne stieg höher. Bald würde sie auf dieses miserable Stück Land unter seinen Füßen hinab brennen und auch noch das letzte bisschen Wasser aus ihm heraus kochen.

Billy seufzte. Er wusste, dass er sich zusammenreißen und einen Weg nach oben finden sollte.
Erneut schaute er auf seine verletzte Hand, die immer noch wie totes Gehölz am Ende seines Armes hing.
Selbst wenn er es irgendwie schaffen sollte, aus der Schlucht zu klettern, so würde er doch niemals den endlos langen Marsch nach Hause überleben. Er war zwei Tage lang scharf geritten, hatte weder sich noch seinem Pferd viel Erholung gegönnt und er hatte während all dieser Zeit keine einzige Siedlung gesehen.
Nein, selbst wenn er hier raus käme, er würde elendiglich verdursten oder von Tieren angefallen werden, bevor er auch nur in die Nähe von Belmonte gelangen würde.

"Hilfe", krächzte er dann plötzlich völlig verzweifelt. "Hilfe! Ist da jemand?"
Er wusste nicht, wie lange er so da gesessen und geschrien hatte, doch er hörte erst auf, als seine Stimme endgültig starb und er Blut schmeckte. Seine Worte hallten von den Wänden wider, bis er das seltsame Gefühl hatte, ein hilfloses Selbstgespräch zu führen.

Er wollte sich zurücklehnen und die Augen schließen, nur für ein paar Augenblicke, um wieder zu Kräften zu kommen, als plötzlich ein Kopf am oberen Rand der Schlucht auftauchte.
Billy traute seinen Augen nicht, zumal er gegen die Sonne schaute und nicht einmal die Hautfarbe des Mannes erkennen konnte, doch er verlor keine Zeit. Er entrang seiner staubtrockenen Kehle weitere krächzende Laute, er schlug mit der rechten Faust gegen den Stein und veranstaltete so viel Lärm, wie er nur konnte.

"Hier, hier bin ich!", krähte er und fürchtete, dass der Kopf sich jeden Moment zurückziehen würde, wenn er auch nur für eine Sekunde den Blick abwandte.
Doch das tat er nicht. Stattdessen hörte er, wie jemand rief: "Da unten liegt er!", doch das Echo verzerrte die Stimme so sehr, dass er nicht wusste, wer das war.

Ein erleichtertes Lächeln breitete sich auf Billys Gesicht aus. Sie hatten ihn gefunden, sie hatten ihn tatsächlich gefunden. Vielleicht waren Barney und Lee ihm sofort nachgeritten, Hale konnte schließlich jede Spur auch noch nach einer Woche und drei Regenfällen verfolgen, wie Toll immer sagte.
Es war ihm plötzlich egal, was Lee Barney erzählt hatte, oder ob er ihm überhaupt etwas erzählt hatte, er würde schon einen Weg finden, das wieder hinzubekommen. Er würde jede Strafe auf sich nehmen, von ihm aus konnten sie ihn jahrelang in Belmonte einsperren und nie wieder irgendwohin mitnehmen, solange er nur wieder nach Hause durfte.

Während Billy sich seine wahrscheinlich endlosen Strafen in den schillerndsten Farben ausmalte und dabei wie irre lachte, flog ihm plötzlich ein Lasso an den Kopf.
"Bind dich fest, Junge", tönte es von oben und Billy konnte immer noch nicht genau sagen, wer da mit ihm sprach. Gunnar vielleicht oder sogar Yin? Die beiden hatten zumindest einen recht starken Akzent. Egal wer es war, Barney und Lee würden nicht weit sein.

Er ignorierte den Schmerz in seinen Armen und seinem Rücken, als er sich das Lasso umwarf, denn endlich würde wieder alles gut werden und er würde diesen albernen Streit mit Lee beenden und überhaupt, er würde nie wieder Widerworte geben und alles machen, was Barney ihm sagte, ohne auch nur ans Murren zu denken.
Billy zog zweimal an der Leine und mit einem Ruck wurde er in die Höhe gezerrt. Er keuchte, als das Seil in sein wundgescheuertes Fleisch schnitt, doch auch das war ihm egal, als er immer höher stieg und sein staubiges Gefängnis hinter sich ließ.

Was sollte er bloß sagen, sobald er den anderen gegenüberstand?

Fieberhaft legte er sich ein paar Sätze zurecht, die zum allergrößten Teil aus Entschuldigungen bestanden und hoffte, dass er die wenigstens noch hervor bringen würde, bevor seine Kehle ihn endgültig im Stich ließ.
Ihn trennten nur noch ein paar Meter vom oberen Rand der Klippe und er beschloss, dass es das Beste wäre, wenn er die anderen gar nicht erst zu Wort kommen lassen würde, wenn er sie sah. Billy fürchtete, dass er andernfalls vor Erleichterung zusammenbrechen würde und das bisschen Stolz, das ihm noch geblieben war, wollte er keinesfalls auch noch aufs Spiel setzen.

„Es tut mir Leid, Barney“, begann er also, noch bevor sein Kopf gänzlich über dem Rand des Felsens aufgetaucht war. „Wirklich, es tut mir schrecklich leid, bitte verzeih mir, ich…“
Zwei Arme schoben sich unter seine Achseln, man hievte ihn über den Rand und er versuchte sich hastig aufzurichten.

„Bitte, ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe, einen törichten Fehler“, brabbelte er weiter, während er aufsah, „und ich werde es nie wieder tun, versprochen und…“

Oh Gott.

Oh Gott, bitte nicht.

Billy gefror das Blut in den Adern.

Da war nicht Barney, oder Lee oder Gunnar.

Vor ihm stand ein Dutzend Männer mit schwarzen Tätowierungen am Hals oder auf den Händen, von denen er gehofft hatte, dass er sie nie zu Gesicht bekommen müsste.

„Ein törichter Fehler, in der Tat“, sagte der Mann in der Mitte, der auf einem nervös schnaubenden Pferd saß. Er war klein, mit einem Kreuz breit wie ein Türrahmen und auf seinem zerfurchten, sonnenverbrannten Gesicht stand ein Ausdruck höhnischen Triumphs, mit dem er nun auf Billy hinuntersah. „Billy the Kid. Was für ein schöner Fang.“

Sein Name war Jean ‚Black Neck‘ Villain, ein französischer Söldner, der zum gefürchtetsten und ruchlosesten Banditen diesseits des Colorado-Rivers geworden war. Seine Bande, die ‚Söhne Satans‘, waren dafür bekannt, ganze Züge auszurauben und niemanden am Leben zu lassen, bis auf den Lokführer, der mit einem Zug voller Leichen bis in die nächste Stadt fahren musste.

Billy kannte die Geschichten und auch wenn er es niemals zugegeben hätte, so machten sie ihm doch Angst, insbesondere, weil er wusste, dass Barney und Yin Villain schon mehr als einmal begegnet waren und immer nur knapp mit dem Leben davon gekommen waren.

Und nun hatten sie ihn eingefangen, Villain wusste, wer er war und mit Sicherheit auch, dass er zu Barneys Truppe gehörte und sie würden weiß Gott was mit ihm anstellen.

Bevor er richtig wusste, was er tat, war Billy aufgesprungen und auf den schmalen Pfad zugestürmt, der sich rechts von ihnen am Felsen entlang schmiegte. Er hörte, wie Villain etwas brüllte, doch plötzlich knickten Billys Beine unter ihm ein und er stürzte zu Boden. Instinktiv streckte er die Hände aus, bremste seinen Fall ab, sein linkes Handgelenk schlug auf einen scharfkantigen Kiesel auf – und Billy schrie, als der Schmerz in seinem Arm explodierte und ihn bis zum Rücken hinunter lähmte. Tränen schossen ihm in die Augen, er schnappte nach Luft und bekam doch nichts in seine widerspenstigen Lungen hinein und dann sprangen vier ausgewachsene Männer auf seinen Rücken und nagelten ihn fest.

Während in seiner Schulter und seinem Arm ein Krieg tobte und er wie besessen nach Atem rang, kam Villain näher. Er stieg von seinem Pferd und schaute mit bodenloser Verachtung auf Billy hinunter.
„Weißt du, was das Problem mit euch jungen Burschen ist?“, fragte Villain, doch er ließ Billy keine Zeit zum Antworten, ehe er fortfuhr: „Das Problem ist, dass ihr keinerlei Respekt vor irgendetwas oder irgendjemandem mehr habt.“

Durch den Tränenschleier vor seinen Augen sah Billy, dass Villain kurz nickte – einer der Schergen streckte Billys linken Arm am Boden aus und ehe er auch nur einen Muskel rühren konnte, trat Villain mit voller Kraft auf seinen Ellbogen.

Billy schrie.

Blut füllte seinen Mund, er hustete, wollte schreien und sterben gleichzeitig, er bekam keine Luft mehr, sein Arm war ein einziges Chaos aus Feuer und alles vernichtender Pein, das dröhnende Lachen der Männer über ihm, das wahnsinnige Schnauben des Pferdes, alles dröhnte in seinen Ohren, sein Arm, sein verfluchter Arm, warum schnitt ihm niemand diesen Arm ab –
Rote Punkte blitzten vor seinen Augen auf, als sich Villain plötzlich nach unten beugte und Billy am Nacken packte.

„Hast du Angst vor mir, Junge?“, murmelte er ihm zu, ein manisches Lächeln auf den Lippen.
Billy konnte an nichts anderes denken als das giftige Toben in seiner Hand und er merkte, wie sich sein Verstand langsam verabschiedete.

„N-nein“, krächzte er, während ihm Blut und Tränen übers Gesicht liefen, doch das war gelogen, denn Billy hatte Angst wie noch nie zuvor in seinem Leben.

Villain schien das ebenfalls zu wissen.

„Das wirst du noch“, teilte er ihm mit, dann hob er seinen Colt und schlug Billy quer übers Gesicht.
Er spürte noch, wie ihm die Unterlippe aufplatzte, dann versank er in gnädiger, allumfassender Dunkelheit.

_____________________________________


2.  Planänderung


"Und du bist dir ganz sicher?"

"Wenn du mich das noch ein einziges Mal fragst, dann jage ich dir eine Kugel in den Hinterkopf."

"Und wie hoch willst du da springen, du Zwerg?"

„Wen nennst du hier Zwerg?“

„Oh bitte, du gehst mir bis zur Schulter und zwar dann, wenn ich auf dem Boden hocke.“

„Ich schwöre dir, ich schieße dir ins Gesicht…“

Ein heiteres Lachen ließ die beiden Streithälse zusammenzucken. Wie ein Mann drehten sie sich um und bedachten ihre Begleiterin mit einem finsteren Blick.

"Lacy hat nicht übertrieben", sagte Maggie und schaute glucksend zwischen den beiden hin und her. „Ihr seid die größten Witzbolde diesseits von New Orleans!"

Sie trug ein hellgraues, weites Hemd und eine braune Jacke, unter der sich mehr schlecht als recht zwei Colts verbargen. Ihre braune Hose aus derbem Stoff hatte die Frau in die wadenhohen schwarzen Stiefel gestopft, die trotz der daumendicken Staubschicht erkennen ließen, dass sie von hervorragender Machart waren. Man hätte meinen können, dass sich die Chinesin ganz auf die Männer vor ihr konzentrierte, doch immer wieder huschte ihr vergnügter Blick nach unten auf das staubige, sonnenverbrannte Stück Land und zu dem schwarzen Schienenstrang, der sich wie eine Schlange aus gleißendem Stahl zwischen den Hügeln entlang wand.

"Witzbolde!", ereiferte sich nun der kleinere der beiden Männer. Er war ähnlich gekleidet wie die Frau, doch statt zweier Pistolen trug er lange Messer mit breiter Klinge unter seiner schäbigen Jacke verborgen. Das schwere Schießeisen an seiner Hüfte war mehr zur Dekoration da, wie er selbst immer sagte. Sein Name war Lee Christmas und er war in sechs Staaten gefürchtet und in doppelt so vielen gesucht. Es ging das Gerücht um, dass er ein Messer schneller ziehen könne als Sundance Kid seinen Colt.

"Der einzige Witzbold, den ich hier sehe, steht da und ist immer dann stocktaub, wenn ich ihm was erzähle!", sagte er und deutete auf seinen Kumpanen, einen hünenhaften Mann mit schwarzem Haar, das an den Schläfen allmählich ergraute.
Er hieß Barney Ross, was mit Sicherheit nicht der Name war, der im Taufregister einer kleinen Kirche in Süditalien stand, doch das war zu lange her, als dass sich irgendwer noch daran erinnerte.

Barney war vieles gewesen: Einwanderer, Pionier, Soldat, Cowboy, Rinderzüchter und wenn man den Steckbriefen, die im ganzen Land die Straßen zierten, Glauben schenkte, so war Barney seit fast zehn Jahren ein Bandit und von Schießwut Getriebener, der jeden ehrlichen Bürger um sein hart verdientes Geld zu bringen gedachte und von dem es sich tunlichst fernzuhalten galt - eine Gefahr für Leib und Leben und für die allgemeine Sicherheit selbstverständlich.

Wer Barney näher kannte, wusste natürlich, dass nichts davon stimmte - er stahl nichts und er schoss auch keine Leute tot, die ihm nichts taten, im Gegenteil, ganze Ortschaften und Städte im Südwesten des Landes verdankten ihm und seiner Großzügigkeit ihre Existenz. Barney raubte grundsätzlich nur Versorgungszüge und Postkutschen der Forts aus und verteilte den größten Teil des Gewinns unter den Leuten, weswegen ihn viele den ‚Robin Hood aus Virginia‘ nannten.
Lee nannte ihn einen sentimentalen Idioten, der noch nie in Virginia gewesen war, und überhaupt wäre es besser, wenn Barney aufhören würde, seine zum Gotterbarmen hässliche Fratze überall zu zeigen, irgendwann würde man sie doch noch schnappen und am nächstbesten Baum aufknüpfen; sicher, wenn Barney Lust dazu hatte, bitteschön, Lee würde ihn wohl kaum davon abhalten, doch könnte er nicht einmal weiter denken als bis zwölf Uhr mittags, er hatte schließlich das Kind, um das er sich kümmern musste.

Das ‚Kind‘ war achtzehn Jahre alt, sechs Fuß vier groß und hieß Billy Timmons. Niemand konnte genau sagen, wann er zu Barneys Bande aus Gesetzlosen gestoßen war, sodass in einigen Städten die wildesten Gerüchte im Umlauf waren. Einige behaupteten, Billy sei Barneys leiblicher Sohn, während andere die Meinung vertraten, es müsse sich bei ihm um den Sohn eines Gouverneurs handeln, der sich gegen seinen Vater aufgelehnt und sich den Expendables angeschlossen hatte, während wieder andere sagten, Billy sei bloß ein Farmersjunge, dessen Familie vom Typhus dahingerafft wurde und der bei Barney Unterschlupf gefunden hatte.

Was jedoch feststand, war, dass Billy ein fabelhafter Bandit war, der sich ein paar dutzend Meter vor ihnen hinter einem vertrockneten Gestrüpp zusammenkauerte und wie sie alle auf die Explosion wartete, die den Vier-Fünfzehner aus Parston zum Anhalten zwingen und konsequenterweise das Ausrauben erleichtern sollte.
Mittlerweile war es sechs Uhr neunzehn.

Lee kniff die Augen zusammen und spähte in Richtung der Felswand gegenüber dem Hügel. „Wo stecken die beiden Holzköpfe?“, murmelte er und wie aufs Stichwort tauchte plötzlich Yin auf einem der Vorsprünge auf. Er wedelte wild mit den Armen und wandte ständig den Kopf nach hinten, um hemmungslos auf den blonden Riesen einzuschimpfen, der gerade neben ihn trat und die Handfläche nach oben reckte.

Gunnars Signal! Alles war bereit.

Gunnar und Yin kletterten behände nach unten, überquerten die Schienen und versteckten sich am Fuß des Hügels. Rasch schaute Lee nach links und rechts, wo Hale und Toll ebenfalls gut verborgen zwischen Felsen lagen. Das Grollen und Donnern des Zuges wurde stetig lauter, obwohl er noch nicht zu sehen war.

„Ich habe keine Ahnung, warum ich mich ständig überreden lasse, bei diesen Wahnsinnsaktionen mitzumachen“, knurrte Lee, als er ebenfalls in die Hocke ging, genau wie Barney und Maggie.

„Hör schon auf, das hier war dein Plan“, erwiderte Barney, doch er schien nicht richtig bei der Sache zu sein. Wieso auch, Lees Murren gehörte schließlich zu jeder Expedition dazu.

„Mein Plan war es, Richtung Texas zu reiten und die Füße still zu halten, du vergesslicher alter Sack“, fauchte Lee.

„Wir reiten doch auch Richtung Texas.“

„Mit einem Umweg nach Nevada, um einen Zug Richtung Fort Willis auszurauben!“

„Genau!“

Barney strahlte ihn an, woraufhin Lee zu einem gewaltigen Schwall an Flüchen ansetzte, doch in genau diesem Moment explodierte die Sprengladung und statt des kleinen mannshohen Vorsprungs stürzte ein Drittel der Felswand mit ohrenbetäubendem Lärm der Erde entgegen. Felsbrocken, groß wie Kälber, flogen hoch in die Luft und krachten splitternd und dröhnend zurück auf die trockene Erde, Kies, scharf wie Glas und schnell wie Gewehrkugeln, spritzte in alle Richtungen, Staub wirbelte auf, verklebte Nasen und Augen und machte das Atmen beinah unmöglich.

Es dauerte geschlagene drei Minuten, bis sich das Chaos soweit gelegt hatte, dass sie das ganze Ausmaß der Sprengung sehen konnten: es fehlte ein weit größeres Stück der Schienen, begraben unter Schutt und Trümmern, als sie vorhergesehen hatten.

Barney hustete und wischte sich Dreck aus den Augen. Der beigebraune Staub ließ ihn aussehen, als sei er in Ton getaucht worden.

„Gunnar!“, donnerte er. „Meinst du, das war genug Sprengstoff?!“

„Was denn?“, kam die Antwort und man konnte das lässige Schulterzucken beinah hören. „Die Wand ist unten, oder?“

„Ja, und wir gleich mit“, murmelte Lee, woraufhin Maggie prustete. Ihre Augen leuchteten wie zwei Kohlestücke in ihrem verdreckten Gesicht.

„Was ist daran so lustig?“, fragte Lee gereizt.

„Oh, nichts“, antwortete sie. „Ich hätte nur nicht gedacht, dass ihr beide jemals die gleiche Meinung zu etwas haben würdet.“

„Haben wir nicht. Niemals“, gab Lee augenblicklich zurück, und riss wütend den Kopf herum, als er das Gebüsch vor ihnen verdächtig zucken sah.

„Hör sofort auf zu lachen, Billy Timmons!“, rief er erbost und das Beben erstarb, gefolgt von einem äußerst lauten und sehr entnervten Stöhnen.

„Hüte deine Zunge, Bursche!“

„Lee.“ Barney legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Mach halblang.“

„Pah. Der Junge ist zu frech“, erwiderte Lee, doch er blieb tatsächlich liegen, wo er war. Fertig war er allerdings noch lange nicht. „Das liegt daran, weil du dich nie um ihn kümmerst und alles an mir hängen bleibt!“

„Wie bitte?!“

„Du hast mich genau verstanden, Barney Ross, du hast in der Erziehung völlig versagt!“

„Meine Erziehung ist fabelhaft! Du bist der Einzige, der daran etwas auszusetzen hat!“

„Irgendwer muss das schließlich tun und nur, weil alle anderen zu feige sind, bin das ständig ich!“

„Du verdammter…“

Wie aus dem Nichts stand Hale plötzlich vor ihnen und warf den beiden Streithälsen einen ungnädigen Blick zu. „Könnt ihr zwei Turteltäubchen endlich mal die Klappe halten? Da hinten kommt Lacy.“

Als hätte er ein Zauberwort gesagt wurde Lee plötzlich ganz still. Er verdrehte heftig den Kopf, um in die Richtung zu spähen, in die Hale gedeutet hatte und dann kramte er tatsächlich nach einem Taschentuch, um sich das Gesicht abzuwischen.
Barney stöhnte und schlug sich die Hand vors Gesicht, während Maggie bloß spöttisch eine Augenbraue hob.

„Weiß er, dass sie kein Interesse an ihm hat?“, fragte sie Barney und machte sich nicht einmal die Mühe, ihre Stimme sonderlich zu senken.

„Wenn sie es ihm nicht mit einem Messer in die Haut geritzt hat, dann nicht“, war die geraunte und wütende Antwort. „Er bemerkt so einiges nicht.“

Maggie blieb still, doch sie lächelte auf eine Art und Weise, die nichts Gutes verhieß.
Ein paar Augenblicke später tauchte Lacy auf. Die dunklen Haare klebten an ihrem Hals und sie wischte sich beständig die Stirn ab, während sie sich den steilen Abhang zu den anderen hinab kämpfte.

„Ihr könnt aufhören, auf dem Boden herumzukriechen“, sagte sie müde, als der Reihe nach erst Toll, dann Lee und Barney und schließlich Maggie aus ihren Verstecken in der Senke krochen.

„Wieso das denn?“, fragte Lee, doch seiner Stimme fehlte der übliche gereizte Unterton. „Der Zug muss doch jeden Moment kommen.“

Lacy winkte ab. „Nicht nachdem ihr den halben Canyon zum Einsturz gebracht habt. Sie haben ihre Fahrt verlangsamt und die Wachen verdoppelt. Ehe sie hier sind, bleibt uns mindestens eine halbe Stunde.“

Es war offensichtlich, dass Barney diese Neuigkeit alles andere als erfreute. Am liebsten hätte er quer über das vertrocknete Ödland hinweg gebrüllt, um Gunnar die Hölle heiß zu machen, doch nichts was er hätte sagen können, wäre auch nur annähernd so grausam gewesen wie eine von Yins patentierten Schreitiraden.

„Wir brauchen einen neuen Plan“, sagte er stattdessen mit einem tiefen Seufzen.

„Gunnar! Yin! Schwingt euch hierher. Du auch, Billy.“

Einige Augenblicke später standen alle sieben Expendables sowie Lacy und Maggie um einen staubigen Flecken Erde herum, den Barney nun mit Stöcken und Steinchen attackierte.

„Meine alte blinde Großmutter kann besser malen als du“, knurrte Lee, während Barney einen groben Schlachtplan auf den Boden kritzelte.

„Deine alte blinde Großmutter ist tot!“

„Trotzdem kann sie’s besser.“

„Jungs...”

„Schon gut.“

Daraufhin erläuterte Barney den Plan, schob Steine hierhin, Äste dorthin und der Reihe nach nickten alle und selbst Lee gab knurrend zu, dass die ganze Nummer nicht mehr völlig nach Selbstmord aussah, kurz bevor er sich aufmachte, um erneut die Umgebung auszuspähen.

Nur Billy sah aus, als hätte ihm jemand in den Magen getreten. Er riss das Halstuch vom Mund. „Das kann nicht dein Ernst sein, Barney.“

„Hm?“

„Laut diesem Plan muss ich nach hinten, um die Pferde zu bewachen!“
Barney neigte den Kopf und warf Billy einen langen Blick zu, den der völlig ignorierte. Er blieb stehen wo er war, die Arme vor der Brust gekreuzt und mit wild funkelnden Augen. Niemand sagte etwas, bis Hale sich schließlich erhob, seine Hose abklopfte und laut verkündete, dass er mit dem Plan zufrieden war und er nun sein Versteck aufsuchen würde, immerhin hatten sie einen Zug zu überfallen. Toll folgte ihm hastig und mit deutlich weniger Worten.

Barney sah ihnen nach, dann richtete er seine Aufmerksamkeit auf Billy, der immer noch wie angewurzelt dastand.

„Du bist hinten, weil du unseren Rückzug decken sollst. Die Pferde sind nicht dein Hauptziel“, erklärte er gedehnt, doch Billy hörte ihm nicht zu.

„Das war nicht abgesprochen“, sagte er und es war erstaunlich, wie ruhig seine Stimme dabei blieb, immerhin zitterten seine geballten Fäuste vor unterdrücktem Zorn. „Ich kann vorne mitmischen. Gunnar und Yin unterstützen zum Beispiel.“

„Wir brauchen keine Hilfe“, erklärte Yin augenblicklich, woraufhin Gunnar sich verwirrt umwandte.

„Du hast vorhin noch gesagt, dass ein drittes Paar Hände…“, begann er, doch da trat Yin ihm vors Schienbein und zerrte ihn weg. „Au! Äh, uns geht’s gut, meinte ich!“

Barney gestattete sich ein Lächeln, ehe er sich wieder an den Jungen wandte. „Billy, du hast doch mitbekommen, dass wir den Plan ändern mussten. Außerdem habe ich sonst niemanden, der auf lange Distanz so gut ist wie du, irgendwer muss uns Feuerschutz geben.“

Das Kompliment zeigte nicht die geringste Wirkung, stattdessen deutete Billy wutschnaubend auf die beiden Frauen.

„Und warum kann dann keiner von ihnen zurückbleiben?“, fragte er, doch er wusste im selben Moment, dass er einen Fehler gemacht hatte. Lacy und Maggie schauten sich an, dann deutete Lacy einen Knicks an.

„Bitte nach dir“, sagte sie und Maggie trat einen Schritt vor. Als sie Billy eine Hand auf die Schulter legte, zuckte der nur ein kleines bisschen zusammen.

„Kannst du einen Safe knacken?“, fragte sie freundlich. „Innerhalb von vier Minuten? Während links und rechts von dir Kugeln in das Holz einschlagen und du weißt, dass dich jeder noch so kleine Fehler das Leben kosten wird? Wenn eine dieser Kugeln in deinen Oberarm einschlägt und dein eigenes Blut deine Hände glitschig macht und du trotzdem weitermachen musst, weil du weißt, dass sich alle auf dich verlassen, egal wie sehr es wehtut? Hm? Kannst du das?“

Billy schluckte und schaute Maggie aus weit aufgerissenen Augen an. „N-nein“, stammelte er.

„Ich hab dich nicht verstanden.“

„N-nein, Ma’am.“ Billy war rot bis unter die Haarspitzen.

„Gut. Dann wird dir klar sein, warum du hinten bleiben wirst und nicht ich.“
Sie trat zurück und nickte Lacy zu. „Du weißt, wo du uns finden kannst“, sagte sie zu Barney, dann ließen sie den Jungen und den Mann zurück.

„Du wirst dich später bei Maggie entschuldigen“, sagte Barney nach ein paar Augenblicken äußerst unangenehmen Schweigens. „Keine Diskussion. Und jetzt geh und kümmer dich um deine Gewehre.“

„Vertraust du mir nicht?“, fragte Billy plötzlich leise. „Ist es das? Traust du mir nichts zu? Du kannst es ruhig sagen.“

„Ach, Billy.“ Barney klang mit einem Mal sehr müde. „Das ist doch albern.“

„Ich kann schießen und ich kann kämpfen. Glaubst du, ich übe zum Spaß jeden Tag mit Yin und Hale?“

„Billy, darum geht es doch überhaupt…“

„Nicht?“, rief Billy zornig. „Worum geht es denn dann? Erklär es mir, Barney, denn ich verstehe nicht, warum ich nicht ein einziges Mal zeigen kann, was ich drauf habe! Du und Lee, ihr lasst mich nie mit nach vorn. Ich bin gut, Barney, das weiß ich. Warum lässt du es mich nicht beweisen?“

„Billy…“

„Warum nicht?!“

„Aus gutem Grund, Junge“, ertönte es plötzlich von hinten und Billy fuhr wütend herum.

„Was soll das heißen, Lee?“, fauchte er.

„Das ist doch wohl klar“, antwortete Lee. „Du hast ganz offensichtlich ein Problem damit, Befehle zu befolgen, hm? Du hältst die ganze Operation auf mit deinen kindischen Spielchen. Ist doch nur logisch, dass Barney so einen nicht in den vorderen Reihen haben will. Und jetzt geh endlich auf deinen Posten.“

Billy klappte der Mund auf. Er war enttäuscht, wütend, aber vor allem tief verletzt und selbst Barney schien ein wenig verlegen zu sein ob Lees harscher Worte.
„Das ist nicht fair“, murmelte Billy schließlich. „Ich kann Befehle befolgen.“

„Ach ja? Sieht im Moment nicht danach aus.“

„Lee, bitte… ich kann helfen, ich weiß…“

„Nichts ‚Lee, bitte‘! Du hast eine Aufgabe bekommen und wenn du nicht willst, dass ich noch wütender werde, dann wirst du diese ohne zu Murren erfüllen. Verstanden, Bursche?“

Billy ballte die Fäuste, sah von einem zum anderen, doch ihm war klar, dass er keine Chance mehr hatte. Wortlos drehte er sich um und stapfte den Hügel hinauf.

„Und setz deine gottverdammte Maske auf“, brüllte Lee ihm hinterher. Barney seufzte.

„Das war nun wirklich nicht nötig“, meinte er.

„Nicht nötig?“, blaffte Lee ihn an. „Ich hab mir euer kleines Schauspiel hier angesehen und ich sage dir, was nicht nötig ist: zehn Minuten Diskussion, nur weil der Kleine nicht tut, was man ihm sagt!“ Er schlug Barney auf die Schulter. „Du hast ihn nicht im Griff, das ist das Problem hier.“

„Du hättest ihn nicht gleich so niedermachen müssen.“

„Oh bitte. Du kannst nie hart durchgreifen, wenn es um den Jungen geht, das konntest du noch nie. Euretwegen wäre uns beinah der Zug durch die Lappen gegangen.“

„Jetzt übertreib mal nicht.“

„Du weißt, was ich damit sagen will. Der Bursche ist zu jung für die schmutzigen Sachen.“

„Er ist achtzehn.“

„Sag ich doch.“

„Hm. Vielleicht sollte er wirklich mit nach vorn. Gunnar ist ebenso gut auf lange Distanz…“

„Kommt überhaupt nicht in Frage! Du kannst doch nicht nachgeben, nur weil er schmollt!“

Barney knurrte: „Das meinte ich nicht“, doch Lee winkte verächtlich ab.

„Können wir das später klären? Wir haben sowieso schon zu viel Zeit verschwendet.“
Barney schnaubte erbost, doch Lee hatte, so unglaublich das auch klang, tatsächlich recht. Der Zug würde jeden Moment kommen und sie hatten einen Job zu erledigen.
Mit einem letzten nachdenklichen Blick zu Billy, der gerade über die Hügelkuppe verschwand, machte sich Barney auf den Weg nach unten.

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