Titel: Alltagsszenen
Fandom: Ein Fall für zwei
Pairing: Benni/Leo, aber es ist nicht sonderlich explizit?
Beta:
ayawinner und
sallycandance, ich danke euch.
Zusammenfassung: Drei Szenen, die das ZDF ruhig verfilmen könnte, ich meine...
Anmerkung: Ich habe meinen Freundeskreis genervt und mir random Begriffe nennen lassen und dazu je ein paar Zeilen geschrieben (YAY DOMESTIC SCHWACHFLUFF). Mehr Arbeit steckt also nicht hinter dieser Wortsammlung. xD
Anmerkung 2: Ich muss mich für die Klischeehaftigkeit der Damen im zweiten Teil entschuldigen. Aber erstens dachte ich, dass Nele wirklich ausschließlich eine Escort-Dame ist (und nicht auch noch ...irgendwas studiert xD) und zweitens würde auch ich für Manolo Blahnik Schuhe töten.
1. Geld
Sonntagmorgen, beim Frühstück.
„Du musst ihn da rausholen, Benni“, erklärte Leo zwischen zwei Bissen Toast, während er ihn mit seinem typisch ernsten, flehentlichen Blick fixierte.
Benni verdrehte die Augen. „Das wäre überzeugender, wenn du das nicht jede Woche sagen würdest. Ich bin Anwalt und kein Urologe.“
Es war ein reichlich alberner Witz, doch Leo prustete trotzdem in seinen Kaffee. Er jaulte auf, stellte rasch die Tasse ab und wischte sich übers Kinn.
„Bist du bekloppt?!“
Benni grinste. „Nee, nur Anwalt.“
Anstatt zu antworten, packte Leo sein ruiniertes T-Shirt zog es sich mit einem Ruck über den Kopf und tupfte sich das Gesicht damit ab.
„Du Bauer“, sagte Benni. „Wir haben Servietten.“
„Ging schneller“, erwiderte Leo achselzuckend. „Ich mochte das Hemd eh nicht.“
„Ja, komisch, wo es doch aussieht, als hättest du es erst letzte Woche aus dem Main gefischt. So wie all deine Klamotten.“
Mit einem völlig entnervten Stöhnen warf Leo das Shirt nach Benni, der sich jedoch blitzschnell wegduckte. Triumphierend streckte er ihm die Zunge raus.
„Sehr erwachsen, Herr Anwalt.“
„Willst du, dass ich deinem Freund helfe, oder nicht?“
„Machst du’s?“
„Kann er zahlen?“
„Benni…“
„Alter, ich bin nicht die Wohlfahrt.“
„Ja, und du bist auch kein Urologe, du bist Anwalt, ich hab‘s verstanden. Was ist nun?“
Benni gab sich geschlagen. Wie immer. „Schon gut, ich mach‘s ja. Aber können wir uns in Zukunft drauf einigen, dass wenigstens jeder dritte Fall von einem Kunden stammen sollte, der uns auch bezahlen kann?“
Leo feixte. „Was denn, kannst du etwa nicht von Luft und Liebe leben?“
Irgendwann erwürg ich ihn, dachte Benni. Aber nicht am Wochenende.
„Klar könnte ich das. Aber weißt du, ich hab da so einen Scheißfreund, den ich vielleicht mal zum Essen in ein Restaurant einladen will. Also gib dir Mühe!“
„Ach, Benni…“
„Und zieh dir endlich was drüber!“
2. Außenseiter
Donna (eine Freundin vom Escortservice): Nele, dein Tipp mit dem Privatdetektiv war ja mal echt für’n Arsch!
Nele: Hä, was meinst du?
Donna: Also zuerst mal hast du mir erzählt, dass der Typ total gut aussehen würde!
Nele: Tut er doch auch!
Donna: Ich wusste nicht, dass du auf Bärchen stehst!
Nele: Was…? Ach, das war Benni! Das ist der Anwalt.
Donna: Ja, das hab ich dann auch irgendwann mitbekommen.
Nele: Die wohnen halt zusammen, er und der Detektiv.
Donna: Das ist ja auch okay, aber du hättest mir auch mal sagen können, dass die auf einem Boot wohnen! Ich hatte Stilettos an, das war lebensgefährlich!
Nele: Die roten von Manolo Blahnik?
Donna: Na logisch.
Nele: Die wollte ich mir schon ewig mal ausleihen!
Donna: Jetzt lenk nicht ab!
Nele: Schon gut, schon gut. Also, du hattest dich aufgebrezelt?
Donna: Klar. Wollte schließlich einen guten Eindruck hinterlassen und vielleicht einen kleinen Rabatt raushauen. Wie in den Schwarz-Weiß-Filmen, weißt du.
Nele: Hm. Dir ist aber schon klar, dass das nur Filme sind, oder? Leo ist da ein bisschen anders. Der besitzt, glaube ich, nicht mal einen Schreibtisch. Oder eine Tür.
Donna: Und anscheinend auch keine Hosen.
Nele: Hatte er wieder nur ein Handtuch an?
Donna: Macht er das öfter?
Nele: Eigentlich immer.
Donna: Komisch. Sein Anwalt ist nämlich bei dem Anblick knallrot angelaufen, hat irgendwas gemurmelt und mich dann ohne Vorstellung mitten im Raum stehen lassen! Eine Unverschämtheit!
Nele: Das ist in der Tat komisch. Eigentlich sollte Benni daran längst gewöhnt sein, Leo hat doch nie mehr als nötig an.
Donna: Naja, vielleicht lag‘s an den Knutschflecken, die der Detektiv auf der Brust hatte. Und am Hals. Und an anderen Stellen, die ich eigentlich gar nicht sehen wollte.
Nele: Knutschflecke? Bist du sicher?
Donna: Schätzchen, ich bin nicht erst seit vorgestern in dem Geschäft ja? Die beiden haben sowas von gebumst!
Nele: Oh Gott, na endlich! Ich dachte schon, die schaffen es nie.
Donna: Du wusstest das? Das hättest du mir ja auch mal vorher sagen können!
Nele: Wieso das denn? Stört dich doch wohl nicht.
Donna: Nee! Aber wenn ich gewusst hätte, dass der schwul ist, hätte ich mir die hohen Schuhe sparen können!
3. Pizzabäcker
„Was hast du eigentlich gemacht, bevor du Privatdetektiv geworden bist?“, frage Benni, als Leo mit zwei Bier in der Hand an Deck trat. „Also, wenn du nicht gerade im Knast saßt, in Südamerika.“
Leo antwortete nicht sofort. Er ließ sich in den Liegestuhl fallen, reichte Benni eine Bierflasche und legte den Kopf in den Nacken. Benni wartete. Er hatte die Frage ein paar Wochen lang vor sich hergeschoben und darauf gehofft, dass Leo von selbst anfangen würde, etwas zu erzählen, doch bis auf halbgare Andeutungen ließ er sich nichts entlocken.
So langsam hatte Benni die ständige Geheimniskrämerei satt und weil er schlau war, hatte er bis zur heroischen Festnahme in ihrem aktuellen Mordfall gewartet, ehe er Leo darauf ansprach. Theoretisch hätte er das auch schon vor zwei Wochen machen können, als sie eine Schmugglerbande hatten aufliegen lassen, doch da war Leo mit verstauchtem Handgelenk und einer Gehirnerschütterung in der Notaufnahme gelandet.
An diesem Abend war eigentlich alles in Ordnung, dachte Benni. Die Sonne schien, sie waren zur Feier des Tages auf Kosten der Staatsanwältin essen gegangen und vor ihnen lag ein ruhiges Wochenende. Viel angenehmer konnte Benni es ihm nun wirklich nicht machen, Leo sollte sich nicht so anstellen.
Als Benni den Mund öffnete, um seine Frage zu wiederholen, seufzte Leo plötzlich.
„Nichts, worauf ich stolz sein könnte“, sagte er. „Im Endeffekt hab ich nur ein zwanzig Jahre altes Abitur.“
„Hm“, machte Benni. „Wolltest du nicht mal Mechaniker werden?“
Leo lachte. „Ja. Ich hab auch mal eine ganze Weile in einer Autowerkstatt gearbeitet. In Quito.“
„Und?“
„Der Besitzer wurde von einem Bus überfahren und dann bin ich abgehauen.“
„Mord?“
„Nein. Bloß ein Unfall. Aber ich wollte trotzdem nicht bleiben.“
„Oh.“ Das fängt ja grandios an, dachte Benni. Leo zwar sah nicht so aus, als ginge ihm dieser Todesfall sonderlich nahe, doch so richtig sicher war sich Benni da nicht. Leo war schon immer gut darin gewesen, seine Gefühle zu verbergen und obwohl Benni von Anfang an geahnt hatte, dass das hier kein Zuckerschlecken werden würde, fühlte er sich trotzdem, als hätte Leo ihm jetzt schon allen Wind aus den Segeln genommen.
Hastig nahm er einen Schluck von seinem Bier und räusperte sich umständlich. „Und danach?“
„Gelegenheitsjobs. Mal hier im Hafen, mal da in einer Wäscherei. Da ich eh nie lange an einem Ort geblieben bin, brauchte ich auch nicht viel. Zumindest am Anfang.“
„Und sonst? Ich meine…hast du …warst du mal…“
Leo wandte ihm den Kopf zu und schaute Benni direkt in die Augen. „Ob ich mal Stripper war? Ja, war ich. Aber nicht lange. Ein Knochenjob.“
Benni verschluckte sich und schlug sich hastig auf die Brust, während Leo ihn genüsslich auslachte.
„Tut mir Leid. Wolltest du das gar nicht fragen?“, fragte er, beugte sich vor und schlug Benni sanft auf den Rücken.
„Nein, und das weißt du ganz genau!“, antwortete Benni. „Aber gut zu wissen. Dann bist du ja für bestimmte Undercovermissionen bestens geeignet, oder?“
Leo winkte grinsend ab und stach sich den Finger in den Bauch. „Die Zeiten sind nun wirklich vorbei.“
Benni lachte. „Das möchte ich aber auch meinen!“
„Eifersüchtig, Herr Anwalt?“
„Das hättest du wohl gerne!“
„Och…“
„Klappe, du Wicht.“
Leo hielt tatsächlich den Mund, doch Benni wusste, dass er sich in Zukunft auf weitere dämliche Sprüche einstellen konnte. Ist ja nix Neues, schoss es ihm durch den Kopf. Und nackt ist er sowieso schon die meiste Zeit.
„Was wolltest du denn eigentlich wissen?“
Die Frage riss ihn aus seinen Überlegungen, wie sich Leo wohl beim Stangentanz machen würde, und er brauchte einen Moment, um sich zu sammeln.
„Naja, es ging um… also… hattest du mal mit Drogen zu tun?“
Ein seltsam misstrauischer Ausdruck trat in Leos Augen. Er richtete sich auf, so gut das in dem Liegestuhl ging, und schaute über Benni hinweg auf die Silhouette der Stadt. „Wie kommst du drauf?“
Benni bereute seine Frage jetzt schon und ruderte hastig zurück. „Ach, nur so. Man hört ja einiges über Südamerika.“ Er hatte es nicht einmal drauf angelegt, Leo auszuhorchen, doch so, wie der sich jetzt benahm, musste da ja mehr hinter stecken. Na prickelnd.
„Hm“, machte Leo. Benni konnte förmlich sehen, wie er die Antworten in seinem Kopf gegeneinander abwog. Es versetzte ihm einen Stich, dass Leo ihm immer noch nicht richtig vertraute.
„Ich…ich hab nicht gedealt, wenn du das meinst“, sagte Leo schließlich zögerlich. „Und war auch nie Kurier.“
„Aber?“
„Ich hab vielleicht ein paar Leuten aufs Maul gehauen, die das gemacht haben.“
Benni klappte der Mund auf. „Das fanden die bestimmt super. Doch, ehrlich. Hätte ich mich auch riesig drüber gefreut, so als chilenischer Drogenboss.“
Leo wandte den Blick ab und es mochte am schummrigen Licht an Deck liegen, doch Benni war sich ziemlich sicher, dass sein Freund gerade rot anlief.
„Hatte ja auch einen Grund, dass ich wieder zurückgekommen bin“, murmelte Leo.
„Hm.“
Sie schwiegen und zwar so lange, bis von der gelösten Stimmung von vorhin wirklich gar nichts mehr übrig war. Es wurde kühl und Benni wäre gern hineingegangen, aber er brachte es nicht über sich, Leo so hier sitzen zu lassen. Er würde heute bestimmt nichts mehr aus ihm rausbekommen. Und die Hoffnung, dass mein bester Freund mich bezüglich seiner dunklen Vergangenheit in Kenntnis setzt, bevor mir ein chilenischer Drogenboss eine Bombe in den Kühlschrank legt, stirbt ja bekanntlich zuletzt , dachte er, ehe er sich endlich einen Ruck gab. Er streckte sich mit einem lauten Stöhnen und studierte dann höchst konzentriert das Etikett der Bierflasche.
„Schade“, sagte er gedehnt. „Ich dachte, du hättest auch was Nützliches gelernt. Pizzabäcker, oder sowas.“
Überrascht hob Leo den Kopf und als er merkte, dass Benni ihm tatsächlich keine anderen Fragen mehr stellen würde, breitete sich ein verlegenes, dankbares Lächeln auf seinem Gesicht aus.
„Hab ich sogar“, meinte er leise.
Benni stutzte. „Ehrlich? So richtig mit Hochwerfen und so?“
„Klar. Soll ich’s dir zeigen?“
„Schwing deinen Arsch in die Küche, Privatdetektiv!“
Fandom: Ein Fall für zwei
Pairing: Benni/Leo, aber es ist nicht sonderlich explizit?
Beta:
Zusammenfassung: Drei Szenen, die das ZDF ruhig verfilmen könnte, ich meine...
Anmerkung: Ich habe meinen Freundeskreis genervt und mir random Begriffe nennen lassen und dazu je ein paar Zeilen geschrieben (YAY DOMESTIC SCHWACHFLUFF). Mehr Arbeit steckt also nicht hinter dieser Wortsammlung. xD
Anmerkung 2: Ich muss mich für die Klischeehaftigkeit der Damen im zweiten Teil entschuldigen. Aber erstens dachte ich, dass Nele wirklich ausschließlich eine Escort-Dame ist (und nicht auch noch ...irgendwas studiert xD) und zweitens würde auch ich für Manolo Blahnik Schuhe töten.
1. Geld
Sonntagmorgen, beim Frühstück.
„Du musst ihn da rausholen, Benni“, erklärte Leo zwischen zwei Bissen Toast, während er ihn mit seinem typisch ernsten, flehentlichen Blick fixierte.
Benni verdrehte die Augen. „Das wäre überzeugender, wenn du das nicht jede Woche sagen würdest. Ich bin Anwalt und kein Urologe.“
Es war ein reichlich alberner Witz, doch Leo prustete trotzdem in seinen Kaffee. Er jaulte auf, stellte rasch die Tasse ab und wischte sich übers Kinn.
„Bist du bekloppt?!“
Benni grinste. „Nee, nur Anwalt.“
Anstatt zu antworten, packte Leo sein ruiniertes T-Shirt zog es sich mit einem Ruck über den Kopf und tupfte sich das Gesicht damit ab.
„Du Bauer“, sagte Benni. „Wir haben Servietten.“
„Ging schneller“, erwiderte Leo achselzuckend. „Ich mochte das Hemd eh nicht.“
„Ja, komisch, wo es doch aussieht, als hättest du es erst letzte Woche aus dem Main gefischt. So wie all deine Klamotten.“
Mit einem völlig entnervten Stöhnen warf Leo das Shirt nach Benni, der sich jedoch blitzschnell wegduckte. Triumphierend streckte er ihm die Zunge raus.
„Sehr erwachsen, Herr Anwalt.“
„Willst du, dass ich deinem Freund helfe, oder nicht?“
„Machst du’s?“
„Kann er zahlen?“
„Benni…“
„Alter, ich bin nicht die Wohlfahrt.“
„Ja, und du bist auch kein Urologe, du bist Anwalt, ich hab‘s verstanden. Was ist nun?“
Benni gab sich geschlagen. Wie immer. „Schon gut, ich mach‘s ja. Aber können wir uns in Zukunft drauf einigen, dass wenigstens jeder dritte Fall von einem Kunden stammen sollte, der uns auch bezahlen kann?“
Leo feixte. „Was denn, kannst du etwa nicht von Luft und Liebe leben?“
Irgendwann erwürg ich ihn, dachte Benni. Aber nicht am Wochenende.
„Klar könnte ich das. Aber weißt du, ich hab da so einen Scheißfreund, den ich vielleicht mal zum Essen in ein Restaurant einladen will. Also gib dir Mühe!“
„Ach, Benni…“
„Und zieh dir endlich was drüber!“
2. Außenseiter
Donna (eine Freundin vom Escortservice): Nele, dein Tipp mit dem Privatdetektiv war ja mal echt für’n Arsch!
Nele: Hä, was meinst du?
Donna: Also zuerst mal hast du mir erzählt, dass der Typ total gut aussehen würde!
Nele: Tut er doch auch!
Donna: Ich wusste nicht, dass du auf Bärchen stehst!
Nele: Was…? Ach, das war Benni! Das ist der Anwalt.
Donna: Ja, das hab ich dann auch irgendwann mitbekommen.
Nele: Die wohnen halt zusammen, er und der Detektiv.
Donna: Das ist ja auch okay, aber du hättest mir auch mal sagen können, dass die auf einem Boot wohnen! Ich hatte Stilettos an, das war lebensgefährlich!
Nele: Die roten von Manolo Blahnik?
Donna: Na logisch.
Nele: Die wollte ich mir schon ewig mal ausleihen!
Donna: Jetzt lenk nicht ab!
Nele: Schon gut, schon gut. Also, du hattest dich aufgebrezelt?
Donna: Klar. Wollte schließlich einen guten Eindruck hinterlassen und vielleicht einen kleinen Rabatt raushauen. Wie in den Schwarz-Weiß-Filmen, weißt du.
Nele: Hm. Dir ist aber schon klar, dass das nur Filme sind, oder? Leo ist da ein bisschen anders. Der besitzt, glaube ich, nicht mal einen Schreibtisch. Oder eine Tür.
Donna: Und anscheinend auch keine Hosen.
Nele: Hatte er wieder nur ein Handtuch an?
Donna: Macht er das öfter?
Nele: Eigentlich immer.
Donna: Komisch. Sein Anwalt ist nämlich bei dem Anblick knallrot angelaufen, hat irgendwas gemurmelt und mich dann ohne Vorstellung mitten im Raum stehen lassen! Eine Unverschämtheit!
Nele: Das ist in der Tat komisch. Eigentlich sollte Benni daran längst gewöhnt sein, Leo hat doch nie mehr als nötig an.
Donna: Naja, vielleicht lag‘s an den Knutschflecken, die der Detektiv auf der Brust hatte. Und am Hals. Und an anderen Stellen, die ich eigentlich gar nicht sehen wollte.
Nele: Knutschflecke? Bist du sicher?
Donna: Schätzchen, ich bin nicht erst seit vorgestern in dem Geschäft ja? Die beiden haben sowas von gebumst!
Nele: Oh Gott, na endlich! Ich dachte schon, die schaffen es nie.
Donna: Du wusstest das? Das hättest du mir ja auch mal vorher sagen können!
Nele: Wieso das denn? Stört dich doch wohl nicht.
Donna: Nee! Aber wenn ich gewusst hätte, dass der schwul ist, hätte ich mir die hohen Schuhe sparen können!
3. Pizzabäcker
„Was hast du eigentlich gemacht, bevor du Privatdetektiv geworden bist?“, frage Benni, als Leo mit zwei Bier in der Hand an Deck trat. „Also, wenn du nicht gerade im Knast saßt, in Südamerika.“
Leo antwortete nicht sofort. Er ließ sich in den Liegestuhl fallen, reichte Benni eine Bierflasche und legte den Kopf in den Nacken. Benni wartete. Er hatte die Frage ein paar Wochen lang vor sich hergeschoben und darauf gehofft, dass Leo von selbst anfangen würde, etwas zu erzählen, doch bis auf halbgare Andeutungen ließ er sich nichts entlocken.
So langsam hatte Benni die ständige Geheimniskrämerei satt und weil er schlau war, hatte er bis zur heroischen Festnahme in ihrem aktuellen Mordfall gewartet, ehe er Leo darauf ansprach. Theoretisch hätte er das auch schon vor zwei Wochen machen können, als sie eine Schmugglerbande hatten aufliegen lassen, doch da war Leo mit verstauchtem Handgelenk und einer Gehirnerschütterung in der Notaufnahme gelandet.
An diesem Abend war eigentlich alles in Ordnung, dachte Benni. Die Sonne schien, sie waren zur Feier des Tages auf Kosten der Staatsanwältin essen gegangen und vor ihnen lag ein ruhiges Wochenende. Viel angenehmer konnte Benni es ihm nun wirklich nicht machen, Leo sollte sich nicht so anstellen.
Als Benni den Mund öffnete, um seine Frage zu wiederholen, seufzte Leo plötzlich.
„Nichts, worauf ich stolz sein könnte“, sagte er. „Im Endeffekt hab ich nur ein zwanzig Jahre altes Abitur.“
„Hm“, machte Benni. „Wolltest du nicht mal Mechaniker werden?“
Leo lachte. „Ja. Ich hab auch mal eine ganze Weile in einer Autowerkstatt gearbeitet. In Quito.“
„Und?“
„Der Besitzer wurde von einem Bus überfahren und dann bin ich abgehauen.“
„Mord?“
„Nein. Bloß ein Unfall. Aber ich wollte trotzdem nicht bleiben.“
„Oh.“ Das fängt ja grandios an, dachte Benni. Leo zwar sah nicht so aus, als ginge ihm dieser Todesfall sonderlich nahe, doch so richtig sicher war sich Benni da nicht. Leo war schon immer gut darin gewesen, seine Gefühle zu verbergen und obwohl Benni von Anfang an geahnt hatte, dass das hier kein Zuckerschlecken werden würde, fühlte er sich trotzdem, als hätte Leo ihm jetzt schon allen Wind aus den Segeln genommen.
Hastig nahm er einen Schluck von seinem Bier und räusperte sich umständlich. „Und danach?“
„Gelegenheitsjobs. Mal hier im Hafen, mal da in einer Wäscherei. Da ich eh nie lange an einem Ort geblieben bin, brauchte ich auch nicht viel. Zumindest am Anfang.“
„Und sonst? Ich meine…hast du …warst du mal…“
Leo wandte ihm den Kopf zu und schaute Benni direkt in die Augen. „Ob ich mal Stripper war? Ja, war ich. Aber nicht lange. Ein Knochenjob.“
Benni verschluckte sich und schlug sich hastig auf die Brust, während Leo ihn genüsslich auslachte.
„Tut mir Leid. Wolltest du das gar nicht fragen?“, fragte er, beugte sich vor und schlug Benni sanft auf den Rücken.
„Nein, und das weißt du ganz genau!“, antwortete Benni. „Aber gut zu wissen. Dann bist du ja für bestimmte Undercovermissionen bestens geeignet, oder?“
Leo winkte grinsend ab und stach sich den Finger in den Bauch. „Die Zeiten sind nun wirklich vorbei.“
Benni lachte. „Das möchte ich aber auch meinen!“
„Eifersüchtig, Herr Anwalt?“
„Das hättest du wohl gerne!“
„Och…“
„Klappe, du Wicht.“
Leo hielt tatsächlich den Mund, doch Benni wusste, dass er sich in Zukunft auf weitere dämliche Sprüche einstellen konnte. Ist ja nix Neues, schoss es ihm durch den Kopf. Und nackt ist er sowieso schon die meiste Zeit.
„Was wolltest du denn eigentlich wissen?“
Die Frage riss ihn aus seinen Überlegungen, wie sich Leo wohl beim Stangentanz machen würde, und er brauchte einen Moment, um sich zu sammeln.
„Naja, es ging um… also… hattest du mal mit Drogen zu tun?“
Ein seltsam misstrauischer Ausdruck trat in Leos Augen. Er richtete sich auf, so gut das in dem Liegestuhl ging, und schaute über Benni hinweg auf die Silhouette der Stadt. „Wie kommst du drauf?“
Benni bereute seine Frage jetzt schon und ruderte hastig zurück. „Ach, nur so. Man hört ja einiges über Südamerika.“ Er hatte es nicht einmal drauf angelegt, Leo auszuhorchen, doch so, wie der sich jetzt benahm, musste da ja mehr hinter stecken. Na prickelnd.
„Hm“, machte Leo. Benni konnte förmlich sehen, wie er die Antworten in seinem Kopf gegeneinander abwog. Es versetzte ihm einen Stich, dass Leo ihm immer noch nicht richtig vertraute.
„Ich…ich hab nicht gedealt, wenn du das meinst“, sagte Leo schließlich zögerlich. „Und war auch nie Kurier.“
„Aber?“
„Ich hab vielleicht ein paar Leuten aufs Maul gehauen, die das gemacht haben.“
Benni klappte der Mund auf. „Das fanden die bestimmt super. Doch, ehrlich. Hätte ich mich auch riesig drüber gefreut, so als chilenischer Drogenboss.“
Leo wandte den Blick ab und es mochte am schummrigen Licht an Deck liegen, doch Benni war sich ziemlich sicher, dass sein Freund gerade rot anlief.
„Hatte ja auch einen Grund, dass ich wieder zurückgekommen bin“, murmelte Leo.
„Hm.“
Sie schwiegen und zwar so lange, bis von der gelösten Stimmung von vorhin wirklich gar nichts mehr übrig war. Es wurde kühl und Benni wäre gern hineingegangen, aber er brachte es nicht über sich, Leo so hier sitzen zu lassen. Er würde heute bestimmt nichts mehr aus ihm rausbekommen. Und die Hoffnung, dass mein bester Freund mich bezüglich seiner dunklen Vergangenheit in Kenntnis setzt, bevor mir ein chilenischer Drogenboss eine Bombe in den Kühlschrank legt, stirbt ja bekanntlich zuletzt , dachte er, ehe er sich endlich einen Ruck gab. Er streckte sich mit einem lauten Stöhnen und studierte dann höchst konzentriert das Etikett der Bierflasche.
„Schade“, sagte er gedehnt. „Ich dachte, du hättest auch was Nützliches gelernt. Pizzabäcker, oder sowas.“
Überrascht hob Leo den Kopf und als er merkte, dass Benni ihm tatsächlich keine anderen Fragen mehr stellen würde, breitete sich ein verlegenes, dankbares Lächeln auf seinem Gesicht aus.
„Hab ich sogar“, meinte er leise.
Benni stutzte. „Ehrlich? So richtig mit Hochwerfen und so?“
„Klar. Soll ich’s dir zeigen?“
„Schwing deinen Arsch in die Küche, Privatdetektiv!“